Weihnachten 2010

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Eigentlich ist die Jahreswende ja immer so eine Art Neuanfang, doch für mich heißt Weihnachten und Silvester dieses Jahr nicht Start oder Ende, sondern Halbzeit. Nichts desto trotz möchte ich in diesem Eintrag einen kleinen Rückblick auf die erste Hälfte und vorsichtigen Ausblick auf die restliche Zeit hier an der Duke wagen.

Aber lasst mich zuvor mitten drin Anfangen, nämlich mit Weihnachten und Silvester hier in Durham. Wie viele von euch wissen gab es, wie wir Kimi immer sagen, dieses Jahr einen besonders fleißigen Weihnachtsmann, der offenbar gute connections zu einem Reisebüro oder direkt Continental Airlines hat^^ Für die, die nicht wissen was ich meine - Steffi und Kimi haben mich hier in Durham über die Feiertage besucht. Irgendwann (kurz vor Weihnachten) hieß es plötzlich "ja, du musst uns irgendwie am 21.12. von Newark International Airport (bei New York) abholen - wir kommen!" Ui... Also, Mietauto geholt und los. Die Strecke Durham - NY ist ca. 800km und da hab ich mir zum Anfang doch etwas Sorgen gemacht wegen der ganzen Fahrerei, aber zum Glück hat mir mein Kumpel Jakob (auch Deutscher hier an der Duke) ne Adresse von (Ami-)Freunden in Washington DC gegeben, wo ich einen Zwischenstop und übernachten konnte. (DC liegt fast genau auf der Hälfte der Strecke) Das hat sich auch als echt cool herausgestellt, da die Jungs in der WG super nett waren. Ich sag nur Bier und XBox xD - nein, wir haben uns super verstanden und noch mal vielen Dank an Jakob und seine Jungs in DC an dieser Stelle (könnte mir vorstellen, dass ich die noch mal besuchen fahr). Als wiedervereinte Familie in NY haben wir uns gemeinsam die Stadt angeschaut. Na gut, um ehrlich zu sein vor allem den Central Park per Fuß und ein paar andere Sachen per Auto, denn wir hatten leider nicht so viel Zeit eingeplant. Dann haben wir noch die Nacht in NY verbracht und sind den nächsten Tag zurück nach Durham. Wir machten einen ausgiebigen Stopp in DC, damit ich als super Fremdenführer meinen Mädels mal die Hauptstadt zeigen konnte. Tolles Wetter, schöne Stadt, toll! In Durham gab es keine besonders großen Unternehmungen. Wir waren einfach als Familie zusammen und haben die Zeit genossen. Wir haben uns das Unigelände angeschaut, wir waren in einem großen Park, wir waren shoppen, wir haben zuhaus Wii gespielt und für das richtige Weihnachtsgefühl hat es 30cm geschneit und wir wurden bei Freunden meines Profs zum Essen eingeladen. Die hatten ein großes Haus, insgesamt waren 4 Kinder da (die erstaunlicherweise alle deutsch konnten) und es wurde ein wahnsinns Festessen aufgetischt. Leider ging die Zeit im über Weihnachten total verlassenen Durham trotzdem super schnell vorbei und es ging zurück nach NY um den Flieger, der eventuell nicht so doll eingeschneit war, dass er doch vielleicht starten könnte, zu bekommen. Und so schön wie es war die Liebsten nach so langer Zeit wieder zu sehen, genau so schwer war es auch wieder für weitere Monate zu verabschieden. Die Rückfahrt von NY war diesmal aufgrund des vielen Schnees schrecklich und ich war froh, dass ich als ich mitten in der Nacht in DC ankam ein Haus kannte, wo ich klingeln und pennen konnte. Silvester in Druham war.. sagen wir auch da. Pieter hatte mich eingeladen mit den Freunden seiner Mitbewohnerin durch ein paar Bars zu ziehen. Das war auch cool, aber irgendwie wie jedes andere Mal (bis auf etwas komische Outfits und etwas Konfetti), aber man soll sich ja nicht beschweren. Mir ist es allerdings gelungen das spektakuläre Feuerwerk in Durham über dem Stadtzentrum in einem schönen Foto einzufangen (siehe Bild unten).

Damit ist das Jahr geschafft und die erste Hälfte and der Duke "überstanden". Zurückblickend hab ich schon echt tolle Sachen erlebt - zusammen mit neuen Freunden. Dabei muss ich aber auch sagen, dass Naima (die Münchnerin) kurz vor Weihnachten leider wieder nach Hause musste, was doch sehr schade fand. Wir haben uns zusammen awesome Volleyball matches  geleistet, die coolsten Trips nach DC und Charleston gemacht und einfach so innerhalb und außerhalb vom Labor viel Spaß gehabt. Ja, unsere Ausflüge waren eigentlich die Highlights in der ersten Hälfte... aso, und Halloween natürlich, hehe. Aber auch viele kleine Sachen haben sich als "doch gar nicht so schlecht" erwiesen, sei es Pokernacht bei Kumpels, Klavierspielen and der Uni oder Basketballspiele von Uni-team (ist hier wirklich groß, kann man sich nicht vorstellen) um nur einige Beispiele zu nennen. Und natürlich möchte ich auch deutlich sagen, dass die Duke Uni einfach toll ist und einem wahnsinns Möglichkeiten gibt um hier zu studieren. Auch wenn meine Experimente zur Zeit nicht klappen und die Maschinen, die ich brauche, grad nicht richtig laufen, aber Ersteres ist wohl meine Schuld :P
Das wird aber nicht so bleiben, denn mit dem Begin des neues Semesters starte ich so richtig durch was mein Projekt angeht. (was für eine Überleitung..) Ich werde jetzt nicht nur mehr Zeit dafür haben (weil keinen Programmierkurs mehr), sondern auch mehr Zeit dafür investieren. Und um ehrlich zu sein, ich bin auch höchst motiviert. Jetzt geht's los. Einer muss denen ja mal zeigen was nen deutscher Ingenieur ist xD Naja, Spaß beiseite, aber ich streng mich an... Aber wer mich kennt weiß auch, dass ich nicht 24/7 im Labor verbringen werde. Jakob und ich versuchen grad einen neue Indoor-Volleyball Truppe aufzustellen, an diesem Wochenende geh ich zu einem Ska(!)-Konzert (Less Than Jake) und neue Ausflüge werden auch folgen.

Mensch, das wars soweit. Vielleicht ist da noch eine Sache, aber darüber möchte ich nicht wirklich schreiben, obwohl es mich doch schon sehr beschäftigt. Nur so viel: Fernbeziehung stinkt, womit ich meine, dass es einfach nicht so einfach ist...

Um jetzt das worauf ihr eigentlich wartet - viel Spaß mit den Bildern!



grad angekommen!

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Family in DC
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Cooles Kimi-Kind im Schnee
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"Jetzt mach ich Mama nass..."
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...ging nach hinten los.
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Paparazzis in DC
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Hexe 1
SDC10289.JPGHexe 2
SDC10291.JPGRed-Rupolph (unser Mietauto)
SDC10889.JPGBehindertenparkplatz für LKWs, ok...?!
SDC10961.JPGSilvester-Himmel über Durham
IMG_0732.JPG..und innen..
IMG_0734.JPG(ohne Worte)
IMG_0748.JPGdie Blue Devils nehmen ne Auszeit - Zeit zum surfen
IMG_0755.JPGund zu guter Letzt, der EVO X (zum dritten Mal, yes!)
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Halloween

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Oh Mann bin ich faul... Dieser Eintrag ist schon lange überfällig, da mittlerweile Thanksgiving ist, aber egal. Auf dem Weg von DC zurück nach Durham haben Pieter und ich darüber nachgedacht als was wir uns bei Halloween verkleiden sollten. Wir hatten viele schlechte Ideen und ich dachte und sagte dann „Mensch, ich wär' ja mal gerne Bender.." Tja, und Pieter hat mich dann davon überzeugt, dass das doch machbar sein müsste, denn ich dachte im ersten Moment nicht daran das wirklich umzusetzen. Für alle, denen Bender nichts sagt: es ist ein Roboter aus einem Cartoon namens Futurama, welches so ähnlich wie die Simpsoms eher nicht für Kinder gedacht ist. Ein kurzer Auszug aus einer bekannten Internet-Enzyklopädie:

 

„Bender Bieger Rodriguez

Frys bester Freund und Mitbewohner ist Bender, ein humanoider Roboter. Ursprünglich zum Biegen von Stahlträgern gebaut, führt er ein egozentrisches und nach menschlichen Maßstäben lasterhaftes Leben: Er flucht, trinkt, raucht Zigarren, ist faul, mag das Glücksspiel, konsumiert Roboter-Pornografie und besucht Roboter-Prostituierte. Als Kleptomane bestiehlt er sogar seine Freunde."

 

Komisch, denn irgendwie ist er einem trotzdem sympathisch. Und hier ist ein Bild von ihm:

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So, das ist jetzt natürlich nicht ganz so einfach, aber mit Schere, Paket-Klebeband und grauer Farbe aus einer Spraydose habe ich aus ein paar Pappkartons dieses Kostüm gebastelt. Am Samstagabend waren wir auf einer Party bei jemandem zuhause und sind dann von da aus später zu einer Bar gegangen. Bereits da wurde ich einige Male auf mein Kostüm angesprochen (und das immer durchaus positiv). Aber richtig los ging es am Sonntag. Da sind wir nämlich extra nach Capel Hill gefahren (Nachbarstadt, so 15km, dort ist die UNC-University of North Carolina - unsere größten Konkurrenten im Basketball; das Campout war für das Spiel gegen die, siehe Beitrag), weil dort nämlich jedes Jahr eine riesige Halloween Party abgehen soll. Ich sag mal so, es waren wirklich einige da, viele geile Kostüme und ich konnte keine 5m laufen ohne das jemand rief „Hey, das ist doch Bender!". Dann high Five und dann Foto - den ganzen Abend. Ich denk mir das reicht an Worten, hier die Bilder...

(ach so, kann sein, dass ich zum Schluss vlt etwas betrunken war)


der Ingenieur am Werk
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Das Kostüm
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und jetzt aber eine Auswahl aus den 166 Fotos am Sonntag mit irgend welchen anderen Leuten (ich sag mal nichts dazu..)

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ok, soweit das xD
und mit den letzten zwei Bildern verabschiede ich mich

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DC

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Fünf Leute, ein Auto und ab nach DC - das war der Plan und oh Mann - was war das für ein geniales Wochenende. Wir haben in der Hauptstadt in einem Hostel übernachtet, weil es recht günstig war und außerdem 10 min Fußweg vom weißen Haus war. 10-Mann Zimmer im 7. Stock, aber alles war sauber und eigentlich waren wir auch nur zum Schlafen dort. Freitag sind wir so gegen Abend angekommen. Ich bin gefahren und konnte meine Auto-in-Stadt-fahren-Erfahrungen ausspielen^^ - na ja, die anderen wollten nicht in der Stadt fahren und waren ganz erstaunt, dass ich so ruhig blieb als wir uns verfahren haben, es eng auf der Straße wurde oder wir uns im letzten Moment doch noch für die andere Richtung entschieden haben. Aber wie gesagt, für Berliner denk ich nichts Besonderes. Durham ist ja mit 220000 Einwohnern keine kleine Stadt, aber im Prinzip ist es doch nur ein großes Dorf, so von den Straßen und Häusern her. In DC ist das natürlich ganz anders und wir genossen das Großstadtflair. Aber zurück zum Ablauf. Freitagabend waren wir zunächst essen in einer zufälligen Bar/Restaurant - einem Mexikaner. Wie es sich heraus stellte hieß das dann aber auch, dass da nur Mexikaner hingehen, nur Mexikanische Cover-Pop-Musik gespielt wird und dass unsere zwei Bedienungen auch nur Spanisch konnten. Zum Glück waren unsere Mädels alle top fit in Spanisch. Ach so, es war also eine Schweizerin (Mutter Kolumbianerin), eine Deutsche (beide aus meinem Labor), eine Brasilianerin (ursprünglich aus Argentinien), ein Niederländer und ich, aber alle nett. Als sie dann mit Karaoke angefangen haben sind wir doch lieber gegangen. Danach wollten wir zu einer bestimmten Bar, aber dort angekommen mussten wir feststellen, dass der Besitzer vor kurzem gestorben ist - viele Kerzen, Kränze und Schilder mit „Das hätten die Ärzte doch sehen müssen!" und so was in der Art. Hm. [Pause] Dann sind wir in die Sportbar nebenan gegangen, die war aber sehr voll und irgendwie waren wir uns danach alle einig, dass da sehr viele homosexuelle Paare waren - hm, vielleicht besser dass wir da nicht geblieben sind. Wir beschlossen dem Vorhaben noch einen letzten Versuch zu geben und sind zu einer weiteren Bar/Club gegangen und das war richtig gut. Wir tanzten zu 80ern zu 90ern bis die in den Morgenstunden zugemacht haben. Samstag standen die Sehenswürdigkeiten auf dem Plan und wir Idioten waren der Meinung wir könnten alles erlaufen. Die Fotos unten zeigen ein paar von den wirklich schönen Ansichten aus DC. Gegen Nachmittag sind wir zu einem Bayrischen Biergarten gelaufen, der auch recht weit weg war (für unsere Münchnerin) und abends vom Hostel aus nach Chinatown zum Abendessen. Auch ganz toll - wir haben uns nach dem Weg erkundigt und es hieß wir sollten 8th Street runterlaufen und natürlich war es H Street. Das haben wir leider erst sehr spät festgestellt. Naja und abends ging es dann noch mal tanzen. Aber jetzt kommt's - da uns alle unsere Beine noch an den ersten Tagen in der Woche an den Marsch am Samstag DC erinnerten habe ich mir die mühe gemacht und die zurückgelegte Strecke für Samstag mit Hilfe von google maps gemessen - 21km!! Kein wunder... Sonntag haben wir uns noch zwei der wirklich tollen Museen  angeschaut - haben auch alle freien Eintritt. Die 5 Stunden Fahrt zurück hab ich dann auch allein gemacht. Es hat einfach so viel Spaß gemacht endlich mal wieder Auto zu fahren. Apropos Auto - ich hab in DC auch wieder mein Lieblingsauto gesehen (Foto unten), in schwarz, juhu! Das ganze ist ja jetzt schon wieder mehr als eine Woche her und es war wirklich toll (hab mich auch sehr gut mit Pieter, dem Niederländer, verstanden und mach jetzt ab und an was mit ihm). Es wurde nur Zeit für diesen Eintrag, denn letztes Wochenende war Halloween und da MUSS ich was zu schreiben und ein paar Fotos hochladen. Schon mal als Appetithäppchen - ich war Bender! Ich bin gerade beim Bilder sortieren - es sind einfach zu viele^^ Ok, schön wenn du es bis hier unten geschafft hast und schau bald wieder rein für den Halloween Beitrag.


Jetzt aber die Fotos:


Pieter, Naima, Cynthia und Corina (von links nach rechts)

die gruppe

Washington Monument (ist ja gar nicht so groß)

washington monument

Lincoln Memorial und Reflecting Pool

Lincoln Memorial

Capitol

Capitol

Chinatown

Chinatown
Tanzen

tanzen"in schwarz"

evoX


Erstmal muss ich alle, die die Fotos noch nicht auf facebook gesehen haben richtig schön neidisch machen.

Strand

Wir haben am vorletzten Wochenende einen Trip zum 3 Stunden entfernten Wilmigton gemacht, von dem aus wir am Samstag zum Wrightsville Beach und am Sonntag zum Carolina Beach gefahren sind. Das Wasser war so warm wie der Strand breit war. Die Sonne war leider noch wärmer, sodass wir uns alle trotz Lichtschutzfaktor 30 einen Sonnenbrand holten. Und dabei hab ich mich schon gewundert warum die Sonnencreme bis Faktor 100 verkaufen, aber wir sind hier nun mal auf dem gleichen Breitengrad wie z.B. Tunesien.

echt kalt am Strand

Wir waren die meiste Zeit am Strand um was sich als letztes richtig heißes Wochenende des Jahres rausstellte zu genießen. Trotzdem haben noch einen Spaziergang durch die „Altstadt" gemacht und uns ein ausgedientes Kriegsschiff angeguckt.

kriegsschiff

Im Großen und Ganzen ein schöner Sommer-Ausflug.

 

Anderes Thema: Sport. Die Uni-Teams haben hier wirklich einen anderen Status als in Deutschland. Viel wichtiger, viel mehr Event drum herum und vor allem viel mehr Unterstützung des eigenen Teams der Uni. Mein Plan ist es ja in meiner Zeit hier an der Duke zu mindestens einem Spiel der großen Teams zu gehen. Volleyball hatte ich schon (war sehr gut) und letzte Woche kam Football dazu. Man hat mir gesagt, dass das hier nicht so groß ist, weil Duke da nicht so gut ist - na ja, ich bin trotzdem hin mit Freunden um es mal zu sehen. Ich dachte, ich wird verrückt - nicht groß?! Ich weiß nicht ob es daran lag, dass Homecoming war oder daran, dass wir gegen die ARMY gespielt haben aber was da los war... oh Mann. Vor dem Spiel: Band, Stände, Zelte, Essen, Trinken, Tailgating (für die Ammis unter euch) und wilde Party.



Party-Tailgating

Das Stadion: Platz für 34000 Zuschauen, mehr als halb voll. Und so eine Chance lässt sich die Army natürlich nicht nehmen um ordentlich Werbung zu machen. Natürlich musste eine große Standkanone abgefeuert werden, natürlich mussten 50 neue Soldaten in der Halbzeitpause vereidigt werden, natürlich musste ein Transportflugzeug im Tiefflug über das Stadion donnern und natürlich mussten dann auch noch vier Fallschirmjäger aus dem Flugzeug springen, wilde Flugmanöver machen und dann unter tosendem Applaus im Stadion landen.

football

Ok, das ist also „nicht besonders groß" hier an der Duke. Dann bin ich aber mal gespannt, was hier los ist, wenn Basketball anfängt. Es gibt schon so ein paar Hinweise darauf, dass das hier wirklich verrückt wird. Ihr müsst wissen, dass das Duke Basketball Team im letzten Jahr Ntional Champion wurde! Steffen war so nett und hat mich darauf hingewiesen, dass die Tickets gegen unseren Nemesis, University of North Carolina (die auch noch nur gerade mal ein paar Meilen die Straße runter ist), für nicht Duke-ler je nach Sitzplatz zwischen 1000 und 3000 Dollar liegen. Als Student kommt man ja hier zu jedem Sportevent kostenlos rein, aber bei Basketball ist das anders. Dafür gibt es ein so genanntes „Campout". Das war gerade letztes Wochenende. Lasst mich das erklären. Als Student (ich durfte in diesem Fall leider nicht) registrieren sich für Campout um an einer Lotterie für Basketballkarten teilzunehmen. Es gibt jedoch eine Bedingung, die erfüllt werden muss, damit man zur Lotterie zugelassen wird: Man muss ein Wochenende lang, immer wenn einen Alarmsirene ertönt, innerhalb von 5 Minuten an einem Zelt sein und sich mit seinem Studentenausweis in einer Liste eintragen lassen. Wer es nicht innerhalb von 5min schafft, ist raus. Der Alarm kann aber an den zwei Tagen zu jeder Tages- und Nachtzeit kommen. Das Resultat ist Campout: 2500 Studenten campen rund um dieses Zelt, spielen Spiele um sich die Zeit zu vertreiben, grillen und trinken natürlich auch ne menge. Beim Campen gibt es ein zwei-Klassen-System: entweder man hat ein Zelt oder man hat einen Lkw in dem man schläft (natürlich nicht allein, sondern als Gruppe). Das ganze Event hat sich aber schon ganz schön entwickelt, sodass Leute ihre eigenen kleinen Diskos aufbauen, riesen BBQs veranstalten, teilweise ihr Wohnungseinrichtung mitbringen und immer genug Bier bereit steht. Ich durfte ja leider nicht mitmachen, war aber am Samstag da und hab das Spektakel genossen - egal wo ich hingegangen bin, es gab überall Bier (die hatten alle zu viel mitgenommen). Mein Mitbewohner hat mitgemacht, durchgehalten und eine Karte gewonnen. Was man so hört ist, dass ca. die Hälfte es schafft zu allen 20 Kontrollen und für den Rest gibt es 750 Karten, die dann verlost werden. So, und hier die Bilder dazu.

Die harten Camper
harte camper

Die gemütlichen Camper

die gemütlichen Camper

Das Kontroll-Zelt beim Alarm

kontrollzelt

Das Basketballteam zeigt sich kurz

das BB-team

Disko

disko

Und als Abschluss: ich hab herausgefunden wer Grobi in der Sesamstraße spielt (hier Super-Grobi)

grobi


Ach so, und ganz viel studieren nebenbei natürlich :D

gruppenfoto

Ich könnt jetzt natürlich alles Mögliche aufzählen - teure Lebensmittel, schlechte Autofahrer, Experimente klappen nicht etc, aber das würde nicht meinen wahren Gemütszustand widerspiegeln. Dennoch muss ich noch mal was zu den oben aufgeführten Dingen sagen.

Die nennen das zwar Brot, aber für mich ist das Vollkorntoastbrot und für zwei von denen $4,50 zu bezahlen ist happig. Anderes Beispiel: vier Packungen Scheibenkäse $6 oder so, aber das schlimmste: 1 Kasten Bier im Angebot (dabei ist es nicht mal nen ganzer Kasten, denn es sind 24*12 fl oz = 8,517 Liter) für $24 - und dann schmeckt das noch nicht mal! Hm, Fastfood ist hier sogar echt günstiger als selber kochen, aber keine Angst, mein Mitbewohner ist ja Koch und Fastfood mag er gar nicht. Wir machen uns (bzw. er macht uns) abends immer was schönes.

Autofahren ist hier irgendwie auch anders. Beispiel: Es gibt da so eine Kreuzung auf meinem täglichen Weg zum Labor, da kommen vier Straßen an, alle mit Stoppschild - gibt es so was in Deutschland auch? Eigentlich müsste hier doch rechts vor links gelten (mit anhalten natürlich), oder? - denkste. Man fährt der Reihe nach entsprechend wann man and der Kreuzung angekommen ist... Oh Mann, ich klemm mich da einfach an ein großes Auto und fahre mit rüber wenn der fährt. Naja und rechts vor links wird hier eh kaum beachtet, egal.

baseball

mein mitbewohner und ich

Ja, mein Experiment was ich mit einem anderen zusammen gemacht hab hat nicht funktioniert, weil eine Einstellung wohl falsch war (gut, das konnte ich auch nicht wissen und es war eher seine Schuld) und beim zweiten Experiment, eigentlich kein richtiges Experiment - ich wollte nur etwas Übung an dem Mikroskop bekommen - musste ich abbrechen, weil irgendwie nicht das passiert ist was ich erwartet hab und bevor ich etwas kaputt mache... Ich bin halt noch blutiger Anfänger, aber da komme ich schon rein.

der see

kann ja kein Englisch

Jetzt aber wenigstens noch mal kurz zu den schönen Erlebnissen. Erstmal muss ich sagen, dass es hier nicht mehr so unglaublich heiß ist, sodass sich mein Wohlbefinden generell gesteigert hat. Dann hatte ich ein sehr cooles Wochenende. Wir waren bei einem Baseball Spiel der Durham Bulls. Ich weiß ja nicht ob ihr schon mal bei einem Baseballspiel wart, aber wenn nicht, habt ihr nichts verpasst. Das Spiel find ich einfach nur sau langweilig. Es passiert einfach nichts. Es wurden irgendwie auch kaum Punkte gemacht, obwohl man theoretisch unendlich viele machen kann. Und die Typen mit dem Schläger versuchen irgendwie auch nur bei jedem 5. Ball den auch mal zu treffen. Manche kommen auf Feld, kassieren 3 Strikes und gehen wieder ohne was gemacht zu haben. Ein richtig schöner Treffer ist in dem ganzen Spiel auch nur 6 Mal (oder so) vorgekommen und wenn den jemand fängt ist es auch wieder vorbei. Einen Homerun gab's wenigstens. Naja, das Stadion war aber recht voll und wir waren ne schöne Gruppe von 8 Leuten. Zum Abschluss gab es ein gewaltiges Feuerwerk - ich frag mich was die dann bei Silvester veranstalten... (und richtig clever - sie Marching band spiel während des Feuerwerks, man hat als nichts gehört) Am nächsten Tag sind wir baden gefahren. Das war einfach perfekt. Es war ein künstlich angelegter See, aber im festen Fels. Es gab also keinen Stand oder so sondern überall nur eine harte Kante. Danach ging es auch immer extrem steil rein (nach einem Meter konnte man nichts mehr sehen, bei einer Sichtweite von ca. 3m). Das Wasser war richtig warm und es gab ein langes Seil um sich todesmutig in die Fluten zu swingen. Ein highlight des Ausflugs war, dass ich nach mehr als 4 Jahren zum ersten Mal den Evo X in echt gesehen hab! Und das Gemeine ist dass der hier drüben „nur" 32000 statt 54000 kostet, grrr.

evo X

Gestern war ich noch Poker spielen und wurde von 8 Leuten 3. und habe somit meinen Einsatz für das spiel wiederbekommen :D War ne sehr lustige Runde. Tja, aber ab morgen wird es dann doch langsam mal ernst. Der Chef unseres Labors, welcher auch Betreuer meiner Masterarbeit ist, kommt morgen aus Europa wieder (das bedeutet, dass ich da nun doch gewaltig loslegen werde) und bei meinem Computerkurs geht es auch so langsam ab. Jede Woche fast 100 Seiten Programmierlektüre lesen und die Hausaufgaben werden auch immer schwerer. Aber objektorientiertes Programmieren mit einer aktuellen Programmiersprache (C#) wollte ich schon immer mal lernen - mir macht es Spaß.

So, ich hoffe die Bilder gefallen euch und bis dann.

 

Clemens

 Der Flug

 

...war trotz der fast 9 Stunden in einem Sitz sehr angenehm. Das Essen war gut, es gab immer Getränke und mir stand ein umfangreiches ‚Entertainment'-Programm zur verfügung, wie heutzutage so schön sagt. In NewYork angekommen musste ich zum ersten mal über ‚typisch amerikanisch' schmunzeln. Als ich nämlich durch den Tunnel vom Flugzeug zum Flughafengebäude (also diese fahrbare Brücke) war der erste Amerikaner, den ich auf amerikanischen Boden gesehen habe eine extrem dicke schwarze Frau, die wohl zum Flughafenpersonal gehörte (sie saß am Ende des Ganges in einen Stuhl gequetscht). Die Einreise lief problemlos - die 350€ für das Visum waren also nicht umsonst. Danach musste man seinen Koffer abholen, durch den Zoll bringen und wieder abgeben. Da merkte ich, dass das zuvor noch in Tegel für 12€ gekaufte Kofferband nicht mehr da war - großartig! Naja, auf dem Inlandsflug (2 Stunden) wurde ich leider die ganze Zeit von zwei kreischenden und heulenden Kleinkindern beschallt, aber was soll's. Am Zielflughafen (Raleigh/Durham) erwartete mich ein Kollege aus meinem Labor und brachte mich zu meinem neuen Zuhause.

 

Mein neues Zuhause

 

Mann, da hab ich echt Glück gehabt. Ich lebe hier zusammen mit einem Amerikaner (31, Eltern Vietnamesen), der gerade in seinem letzten Jahr seines phDs ist, in einem kleinen gemütlichen Haus, 1 km vom Campus und 4 km von meinem Labor entfernt. Ich komme bis jetzt super mit ihm zurecht, aber ist auch einfach toll drauf und echt nett.

 

Von A nach B

 

In Amerika ist es wirklich sehr von Vorteil ein Auto zu besitzen, um es mal vorsichtig auszudrücken. Zum Glück hat mein Mitbewohner eins. Er nahm mich die ersten Tage mit zur Uni und auch wieder zurück, er ist mit mir einkaufen gefahren und auch zu verschiedenen Veranstaltungen oder abends zur Bar. Aber mittlerweile kann ich mich auch allein bewegen. Das liegt nicht an dem örtlichen Personen-Nahverkehr (der existiert nämlich kaum), sondern daran, dass mein Mitbewohner mir für die Zeit die ich hier bin sein Fahrrad borgt. Das ist echt klasse, denn es ist mittlerweile wieder gut in Schuss (musste es neu zusammenbauen, da es beim letzten Umzug vor 5 Jahren komplett zerlegt war) und ich muss keins kaufen :D Ein Schloss und einen Helm hab ich auch bekommen und ja, ich benutze den Helm auch. Es gibt hier wirklich nur vereinzelt Radfahrer, aber alle die man sieht tragen einen Helm. Das ist wichtig, weil die Autofahrer hier nicht so an die schwächeren Verkehrsteilnehmer auf der Straße gewöhnt sind, erklärte mir mein Mitbewohner.

 

DUKE - was für eine Uni

 

Es sieht hier aus wie eine Mischung aus Hogwards und Disneyland - keine gute Beschreibung, aber dafür wird ich ein paar mehr Fotos machen. Alles ist soweit super sauber, aufgeräumt und weitläufig. Sehr weitläufig. Die Uni hat sogar eigenen Buslinien, die hier auf dem Campus fahren. Und dazu auch gleich noch einen eigene Polizei, die Campus Police. Man merkt echt, dass die Uni Geld hat. Vieles ist umsonst, das ist gut für mich. Ständig irgendwelche Willkommens-Feiern oder Orientierungstreffen und immer mit Essen und Trinken für alle. Gut, das ist noch nicht so teuer, aber wie ist es zB mit dem so genannten safe-ride - ein Taxiservice für Studenten, der einen ab 17 Uhr von jedem Ort auf dem Campus nach hause fährt (wenn es nicht sehr weit weg ist). Man muss nur anrufen. Speziell für neue Ausländer wie ich wird viel Unterstützung angeboten. ZB am Wochenende für Leute, die an kein Auto kommen, Einkaufen in shopping center und dann nach hause bringen. Schon cool, aber das wirkliche Geld geht in die Labore, die Ausstattung und die vielen Angestellten an der Uni. Das ist schon beeindruckend. Vielleicht liegt es an den jährlichen Gebühren für Studenten in Höhe von 55000$, aber auf jeden Fall umgibt einen hier eine sehr ambitionierte und aufs erfolgreiche Lernen ausgerichtete Atmosphäre. Alle, die ich getroffen hab sind hier höchst motiviert und sehr fleißig bei der Sache. Ich warte noch darauf, dass ich mich anstecke... Apropos, ich habe mir natürlich gleich erstmal eine Erkältung geholt. Das liegt daran, dass es draußen extrem heiß ist (keine Ahnung - ist ja alles in °F, aber sicher über 30 Grad, nie auch nur eine Wolke) und in jedem Gebäude und in jedem Auto nahe der Gefriergrenze. Na gut, vielleicht nicht ganz so kalt, aber so in die Richtung. Ich denke ich habe mir dann einfach wegen dieser ständigen Wechsel die typische Klimaanlagen-Erkältung zugezogen.  Noch kurz was dazu, was ich den ganzen Tag so mache. Also bis jetzt beläuft sich das auf organisatorische Uni-Sachen (Visumskram, Matrikelnummer, Studentenausweis, Uni-Computer Account, Anmeldungen zu Kurs, Sicherheitstraining (fürs Labor) und Schulung an den wissenschaftlichen Geräten etc.) Aber es geht jetzt auch so langsam mit dem eigentlichen Stoff los. Heute hatte ich meine erste Vorlesung und übermorgen mache ich mein erstes Experiment zusammen mit einem anderen Studenten. Der Professor, der mich bei meiner Masterarbeit betreuen wird kommt erst in 10 Tagen oder so.

 

Freizeit

 

Da gibt es hier auch sooo viele Möglichkeiten. Wie ich glaub ich schon gesagt habe, nimmt mich mein Mitbewohner zu allen möglichen Sachen mit - ich war mit ihm schon zwei mal in einer Bar, beim Picknick und bei einem kleinen Uni-Fest. Richtig cool ist, dass ich über einen Kollegen aus meinem Labor Anschluss an eine Volleyballtruppe gefunden habe. Die spielen jeden Freitagnachmittag auf einem Beach-Platz. Ich bin genau auf deren Niveau und die sind alle super nett. Ich war ja erst einmal da, aber ich hatte schon riesig Spaß und danach sind wir noch was essen gefahren. Weil hier grad Essen kommt - ich hab noch keine Pizza oder einen normalen Burger gehabt! Aber das werde ich bald ändern. Ein Grund ist, dass mein Mitbewohner als Hobby kocht. Ich darf dann immer seine Sachen mitessen und es ist auch wirklich lecker. Bei ihm hat mir sogar die Fischsuppe geschmeckt - komisch. Aber gut, wenn ich jetzt noch was mit Musik finde bin ich Glücklich. Es soll wohl ein Gebäude geben (direkt auf meinem Heimweg), in dem man einfach so umsonst Klavier spielen kann. Die haben da so Übungsräume. Das wäre ja schon mal echt cool, aber ich hab das noch nicht ausprobiert. Insgesamt bin ich gut ausgelastet (hätte ich nicht gedacht) und komm noch nicht mal zum Computerspielen xD (für die, die mich kennen..) Ist ja auch besser so.

 

Gut, habt Spaß mit den paar Bildern, die ich gemacht habe und schaut einfach ab und zu mal hier auf dem Blog vorbei.

 

Grüße nach Deutschland,

Clemens



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Haupt-Campusich vor dem Haus in dem ich arbeite

ein Fest an der Uni
mein Haus, mein Fahrrad, mein Band T-Shirt